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„Was machst du da?“ fragte mich der Wind, als ich mich anschickte, seine Geschichten aufzuschreiben. „Du bist hier oben auf dem Dach der Welt. Wozu brauchst du Papier und Stift, wenn du, nachdem du wieder hinab gestiegen bist, im Alltag all die Dinge vergisst, die wichtig sind?! Was du nicht in deinem Herzen hast, wirst du vergessen. Und was du vergessen hast, wirst du nicht leben... Bis das Leben dich wieder daran erinnert.
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Der Wind schaukelte mich sanft. Fast so, als ob er mir sagen wollte: ‘ich weiss so viel über euch. Und doch sehe ich immer, wie wenig ihr eurem Herzen vertraut’.
“Bevor ich dir einige meiner Geschichten zeige” begann er unsere gemeinsame Reise, “sollst du wissen, sie erscheinen dir real. Denn ich nehme dich mit zu den Orten, an denen sie geschahen. Zu den Menschen, die sie erlebten. Und wenn du mich fragst, wo das ist: irgendwo zwischen Himmel und Erde, in euren Gedanken oder irgendwo in euren Herzen. Also lass das Papier, tausch es gegen dein Herz. Mach aus deinem Stift einen Pinsel und mal in dein Herz hinein, was du daraus mitnimmst. Das ist mein Geschenk für dich”. Ich fühlte sanft den Wind auf meiner Haut.
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Ich fand mich in einem warmen Windwirbel wieder. Meine Füße verloren den Halt am Boden. Die Umgebung, alles um mich herum versank in einem Meer aus Wolken. Der Stift in meiner Hand formte sich zu einem Pinsel. Ein Pinsel, tropfend und voll mit vielen bunten Farben. Ich verstand nicht... Und ehe ich mich versah, veränderte sich alles um mich herum. Die Erde verlor ihre runde Form. Der Himmel änderte seine Farbe und ganz aus der Ferne tanzten bunte Wirbel auf mich zu. Sie schlossen mich ein, in einem wunderschönen Klang. Ich meinte zu spüren, wie jede Zelle meines Körpers ihren Ton aufnahm. Mit jedem Ton veränderte sich meine Gestalt. Ich fühlte mich fliessend, so tanzend. Ich war überall und zugleich körperlos.
“Hab keine Angst, Menschenkind. Nur so kann ich dich mitnehmen auf unsere Reise. Lass dich darauf ein und hab Vertrauen.”
Das gütige Brummeln der Wolken beruhigte mich allmählich, nahm mir die Unsicherheit. Während der Wind mich in seinen Armen mitnahm, Flügeln gleich, mit auf den Weg durch Zeit und Raum, durch Sommer und Winter, durch Tag und Nacht, durch eine menschliche Ewigkeit führte...
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